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Francis Aeol


Francis Aeol

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Es sind knapp acht Jahre seit dem Debüt „Readings Of Lethargy“ vergangen. Francis Aeol hat sich der Dinge in seiner Reichweite besehen und diese Stück für Stück begutachtet. Herausgekommen ist eine warm umsäumende Reife, die vom Gefühl einer Wattwanderung begleitet wird. „Assisting Fortune“ heißt die knapp viermonatige Phase im Leben des Singer/Songwriters. In wenigen Schritten und konkreten, klaren Arrangements wird der Hörer durch die Takelage eines unebenen Decks zum Bug geführt und nimmt dabei zunehmend mehr das Gefühl der eigenen Handlungsfreiheit wahr. Von verregneten Autofahrten über die Landstraße der verlorenen Eigentümer, in welchen sich der Protagonist mit den Zurückgelassenen Anteilen seiner Lebensumstände beschäftigt („Lost Property Highway“), bis zur fiktiven Vorstellung was aus einer gut gemeinten Geste erwachsen kann („Random Act Of Kindness“), ist dieses Werk sehr nah am Titel.

Im heimischen Studio (Local Leftovers) hat der vielseitige Künstler sich mit den Versprechungen und Versprechern der Möglichkeitsdeutungen des Seins noch einmal neu auseinandergesetzt. In „Finders Keepers“ wird ein für Fremde unzugänglicher Ort erschaffen, der die Sicherheit und Geborgenheit verspricht, die sich eine wandernde, schützenswerte Biographie verdient hat. Wenn es dann draußen wieder sicher ist, kann die Rückkehr in Erwägung gezogen werden. Gemeinsam mit einem verurteilenden, negativen Selbstimago wird in „Beautiful Boy“ eine intrapsychische Diskussion darüber besungen, dass man auch an den anderen hätte zweifeln dürfen.

Zwischen leichtfüßigen Piano-Läufen, unterstützenden Streichern, Kontrabass, Mandoline, Banjo und Percussion im Stil eines sicherheitsgebenden Wegbegleiters, verbirgt sich die Träumerei von ‚wäre – hätte - könnte‘. „Maybe I“ als Klavierballade steht neben dem Duett „Random Act Of Kindness“ und mündet als gischtteilendes Element der bedauernden Melodramatik vom missratenen Sohn in „A Maze In Greys“. Zwischen Affirmation, Wandlung und dem Streicheln des Trostgebers bleibt der Abdruck eines Kusses der Hoffnung am Laderaum der Karavelle des Gewissens verblichen zurück.

Live begleitet sich Francis neben seiner Akustik-Gitarre, Fußschellen, Loop-Station und Laptop gerne mit einer Mundharmonika. Eine leichte Stimme mit tiefen Facetten holt den Zuhörer als Fürsprecher für das unsichtbare, große Ganze am Steg ab und behauptet fest und bestimmt, dass dem Schicksal zum Trotz assistiert werden muss. Alles was dann noch kommt ist unerwartbar rückhaltlos und begehrenswert.

Die manigfaltigen Themen der Selbstunterstützung des ins Leben geworfenen, gestrandeten Post-Modernen sind im Anschluss an die Konzerte immer gerne für und mit dem 32-Jährigen besprechbar. Für Freunde von bestuhlten Rotweinabenden mit gedämmtem Licht ein Muss.


Album: Assisting Fortune
Artist: Francis Aeol
Genre: Singer/Songwriter
Kat.-Nr.: TZ1342
Label: Timezone (12791)
Jahr: 2017

01. Say Something 2:14

02. Lost Property Highway 2:43

03. Maybe I 5:11