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Tony McLoughlin, Marlon Klein


Tony McLoughlin, Marlon Klein

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Liest man die Biografien der beiden Musiker, mag man den Eindruck gewinnen, Tony McLoughlin und Marlon Klein hätten sich nicht unbedingt über den Weg laufen müssen. Sänger und Gitarrist McLoughlin stammt aus Nordirland, seinen Background nennt er „celtic“, wahrscheinlich gibt es auch Wikinger in seinem Stammbaum. Sein Name lässt sich mit „Son of the deep water“ übersetzen. Das Debütalbum „Cinerama“ aus dem Jahr 2000 wurde von US-Producer Thomm Jutz (der allerdings aus dem Schwarzwald stammt) produziert. Dieser arbeitete u.a. auch mit Nanci Griffith und Mary Gauthier. So wird McLoughlins Name gerne mit Nashville in Verbindung gebracht, seine Songs unter „Americana“ sortiert. „Americana steht heute für eine Musik, in die Elemente aus Rock, Country, Blues, Folk und andere Roots Music einfließen. Das beste Beispiel für Americana ist für mich „The Band“, bezieht sich McLoughlin auf eine Legende aus den Sechzigern und Siebzigern. Dass man seine CD-Veröffentlichungen als Americana begreift, empfindet er also als Lob. „Vielleicht ist es mein angeborener Stil“, kommentiert er augenzwinkernd.

Marlon Klein stammt aus dem ostwestfälischen Herford, gehörte zu Hochzeiten des Krautrocks in den späten Siebzigern zur legendären Real Ax Band und leistete mit den Dissidenten von Deutschland aus Pionierarbeit in punkto Weltmusik. Der „Rolling Stone“ erklärte das Trio, das u.a. mit Jazzsaxophonist Charlie Mariano, dem Indian Karnataka College of Percussion und den marokkanischen Superstars Lem Chaheb spielte, zu den „Godfathers of Worldbeat”, Alben wie „Germanistan” und „Sahara Elektrik” sind unwidersprochen Genre-Klassiker. Auf der langen Liste an Musikern, mit denen er als Sideman oder Produzent im Studio wirkte, stehen zum Beispiel Stefan Eicher, Trilok Gurtu, Jasper van’t Hof’s Pili-Pili, Angélique Kidjo und Gary Wright, der Ex-Beatle George Harrison zu den Sessions einlud.

„Wir haben uns durch eine gemeinsame Bekannte kennengelernt“, erzählt McLoughlin. Sie brachte die beiden eher zufällig bei einer spontanen Session in einem Nürnberger Club zusammen. „Tony hat mich auf die Bühne geholt, und ich habe mit Darbuka und Cajon bei einigen Songs den Groove verdreht. Wir hatten beide sofort Freude daran und verstanden intuitiv, dass sich daraus eine interessante neue Art rockig-perkussiver Songs einwickeln könnte.“ So blieben die beiden Vollblutmusiker nach dieser ersten Begegnung in Kontakt, tauschten zwischen Kontinent und Insel erste Ideen aus und erarbeiteten daraus einen Sound, den man am ehestens als „Tribal Rock“ bezeichnen kann. „Es war sehr interessant, ganz andere rhythmische Ideen zu erforschen und sich so aus der Komfortzone heraus zu bewegen“, skizziert McLoughlin den Anfang des Weges. Aus dieser „tribal energy“ haben sie die Stücke auf äußerst organische Weise bis zur fertigen Studioproduktion ausgeprägt.

„Ich habe schon immer gerne mit besonderen Singer/Songwritern gearbeitet. Bei Tonys spezieller Stimme und seinen authentischen Texten erkannte ich sofort die Möglichkeit, meine Liebe zur Native American Pow-Wow-Musik mit seinen keltischen Wurzeln zu verschmelzen und somit eine neue Richtung zu kreieren“, veranschaulicht Klein. Sechs Monate verbrachte er in den Six Nations Reservation in Kanada, traf dort auch auf die Folk-Ikone Buffy Sainte-Marie vom Stamm der Cree. „Buffy fand unseren Sound sehr cool“, freut sich der Drummer.

Im Tribal Rock von Where Is Jack sind neben keltischen und indianischen noch viele weitere Inspirationen zu entdecken. So kann man auch echtes Flower-Power-Feeling ausmachen, ein echtes „Gathering- Gefühl“, wie man es auf einem tollen Festival erleben kann. Auch wenn McLoughlin die Geister von Rory Gallagher, Johnny Cash und Buffalo Springfield beschwört, „Where Is Jack“, das Debüt von McLoughlin & Klein, ist kein nostalgisches Retro-Unternehmen. Zumal auch die jungen Musikfreaks die alten Helden, allen voran den „Man in Black“, vergöttern. „Und die Produktion und die Grooves sind supermodern. Der Sound enthält viele neue Elemente, wie z B. ultratiefe Handtrommeln als Kick und die Snare ist meist eine marokkanische Bendir, eine Rahmentrommel mit Schnarrsaiten. Das ist wie ein modernes Straßenmusik- Drumset“, schwärmt der Schlagzeuger.

Klein und McLoughlin haben sich für die Aufnahmen noch Seelenverwandte gesucht. So bringt Coimín, Tonys Sohn, mit seinem Bassspiel das ganze Spektrum des modernen Alternative-Rock-Sounds ein. Oldschool-Bassriffs jedenfalls spielen andere. Roman Bunka, deutscher Ausnahmegitarrist und Meister der arabischen Laute, der u.a. mit Adel Tawil, Dissidenten und dem nubischen Superstar Mohamed Mounir unterwegs ist, setzt sein Gitarrenspiel in zeitloser Virtuosität perfekt ein. Ein Mann, der – so das „Stereo“-Magazin – mühelos Menschen und Kulturen verbindet. Ben Reel schließlich ist ein bekannter Songwriter und Mitglied der großen irischen Musikerfamilie und hat sich bei den Backing Vocals optimal eingebracht. Und so wie man sich The White Stripes auf einem Tarantino-Soundtrack vorstellen kann, gibt es auch auf „Where Is Jack“ einige Kompositionen mit einem subtil-bedrohlichen Sound, wie er so gerne bei aktuellen TV- Erfolgsserien wie „True Detectives“ (mit Matthew McConaughey) benutzt wird.

Bleibt nur noch eine Frage: Who the f*** is Jack? Wir haben die beiden Musiker unabhängig voneinander befragt. Die dennoch einmütige Antwort: „Das beantworten wir erst mit der nächsten Platte ...“ Detlef Kinsler


Album: Where Is Jack
Artist: Tony McLoughlin & Marlon Klein
Genre: Singer/Songwriter
Kat.-Nr.: TZ1262
Label: FUEGO (08823)
Jahr: 2016

01. Another Poor Rider 4:22

02. Eagle Eye 4:39

03. Where Is Jack 3:40