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Liebe Frau Gesangsverein: Alles was glänzt


Liebe Frau Gesangsverein: Alles was glänzt

Knapp zwei Jahre nach ihrem starken Debüt „nackt“, warten Liebe I Frau I Gesangsverein mit ihrem zweiten Album auf. Ohne sich zu wiederholen, knüpfen sie an das an, was bereits beim ersten Mal gelungen war: Energischer Gitarrensound mit durchaus lyrischen, aber schnörkellosen deutschen Texten. Sie zeigen sich aber diesmal noch experimentierfreudiger: Von spoken words auf sanften Klängen bis zu brachialen Punkrocksongs mit dem markanten treibenden Schlagzeug, haben sie so manches zu bieten. Hie und da fast episch anmutende Stücke, die kein easy listening ermöglichen, sondern echte Auseinandersetzung mit dem von Kurt Ebelhäuser produzierten Album erfordern.

Und das passt zum Gesamtkonzept! Denn der Goldklumpen mit den eingelassenen Haaren und Nägeln auf dem Cover von „Alles was glänzt“ ist wie ein Memento mori oder ein Mahnmal der Oberflächlichkeit. In den Titeln, die alle jeweils einen Vornamen tragen, geht es mal wieder um die Sehnsucht nach dem Wahrhaftigen, diesmal aber nicht nur auf der zwischenmenschlichen, sondern auch auf der globalpolitischen Bedeutungsebene: Im Song „Mark“ wird zum Beispiel der aberwitzige

Optimismus eines Mark Forsters („Alles wird gut sowieso“) ad absurdum geführt und auch musikalisch eine nahezu apokalyptische Stimmung erzeugt. Ricarda Giefer besingt unsere schizophrene Welt, in der wir jedem gesunden Menschenverstand und allen Fakten zum Trotz wie Hans im Glück „nach den Dächern, Wolken, Schwalben“ schauen und uns munter pfeifend dem Abgrund nähern. Politisches und soziales Engagement findet zwar durchaus unsere Anerkennung: 

„Ihr seid klasse, weiter so!“, aber mit einem „Ich könnte das nicht“ ziehen wir uns aus der Affäre und umgeben uns lieber mit „etwas, das glänzt“. Das Songwriting changiert entsprechend zwischen dramatischer Schwere und poppiger Leichtigkeit.

Ohne den moralischen Zeigefinger zu heben, macht Ricarda Giefer in ihren Texten auf die durchaus menschliche, aber gefährliche Neigung aufmerksam, sich von „leuchtenden Augen“ und glänzenden Oberflächen blenden zu lassen und dabei zu übersehen, dass diese nur Projektionen zulassen, aber kein echtes Fortbringen ermöglichen. Wir lenken uns so gern mit den schönen Dingen des Lebens ab und gefährden dabei unser eigenes Überleben. Und weil Brecht diese Umstände so gut und zeitlos zusammengefasst hat, wird er im Song „Lisa“ zitiert: „Die Widersprüche sind meine einzige Hoffnung“.

Kat.-Nr.: TZ1764

Einzelpreis: 12,00

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Soundsamples


Cover: Men Like You
Album: Men Like You
Artist: The Flame
Genre: Rock
Kat.-Nr.: TZ764
Label: Timezone (12791)
Jahr: 2010

01. Deep Inside 3:15

02. Men In Big Black Limousines 2:52

03. I Dont Know Why 2:36

04. What For? 3:07

05. Roses 3:22

06. Sleepless Night 3:28

07. Men Like You 3:09

08. Cry For Help 3:46

09. If Its Any Help At All 3:12

10. Deskperpetrator 3:10


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